Das Kirchenzentrum des Landes Rode

Fontes kaart 1723

Bildkarte aus 1723, Gebiet der Kirche von Kerkrade bis zur Wurm (ARAB / Stichting Fontes Rodenses)

Im Land von Rode (Rodung) war die katholische Kirche schon lange verankert. Östlich der Wurm regierte der Erzbischof von Köln, westlich der Wurm der Bischof von Lüttich.

Links der Wurm war die Pfarrkirche Eygelshoven und Kerkrade, rechts der Wurm die Pfarrkirche Merkstein und Afden. Das Gebiet östlich der Wurm war kurz vor 1100 in Besitz der Herzöge von Limburg gelangt. Die Herzöge besaßen das Patronatsrecht über die Afdener Kirche und gaben `s-Hertogenrode/Rade, das heutige Herzogenrath, den Namen.

Die Kirche von Kerkrade war von der Familie Saffenberg gegründet worden, die um 1060 das Gebiet Rode auf der westlichen Seite der Wurm erworben hatte. Später wurde diese Kirche im Jahre 1120 als Eigenkirche der Abtei Klosterrath übergeben und gab schließlich der sie umgebenden Siedlung (Kirchrode/Kirchrath/Kerkrade) den Namen. Heutzutage ist sie eine eigenständige Pfarrkirche.

So stellte sich die kirchliche und politische Situation in diesem Gebiet da, bis im Jahre 1104 der Priester Ailbertus von Antoing in das Land von Rode kam, um dort eine klösterliche Gemeinschaft zu gründen.

Am 13. Dezember 1108 weihte Bischof Otbert von Lüttich die Krypta, die Unterkirche der späteren Abtei Rolduc. Am Tag nach der Weihe (14. Dezember 1108) konsekrierte Bischof Otbert auch die wieder errichtete Lambertuskirche von Kerkrade, die Ende des 11. Jahrhunderts durch Heinrich von Limburg in Brand gesetzt worden war.

Wann das erste Gotteshaus in Herzogenrath erbaut wurde, lässt sich urkundlich nicht feststellen. Bekannt ist nur, dass es schon einen Sakralbau gab, der vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammte. Er befand sich an der Stelle der heutigen Mariä Himmelfahrtkirche.

Die Lambertuskirche in Kerkrade war in der damaligen Zeit die Pfarrkirche für den Bereich Herzogenrath. Die Einwohner aus Herzogenrath mussten an den Sonn- und Feiertagen zum Messbesuch nach Kerkrade gehen. Im Jahre 1423 wurde unter dem Klosterrather Abt von Berensberg in der Pfarre Afden die Kapelle „Auf der Hoven“ errichtet. Dies bedeutete für die Einwohner der Stadt Herzogenrath eine wesentliche Erleichterung.

Erst im Jahre 1564 unter Abt Worms wurde Herzogenrath zur selbstständigen Pfarrgemeinde erhoben. Abt Worms hatte inzwischen auch die Rechte über die Kapelle „Auf der Hoven“ erworben. Somit führte er die Abtrennung der Mutterpfarre St. Lambertuskirche herbei. Beide Kirchengemeinden waren jetzt selbstständige Pfarreien mit eigener Vermögensverwaltung. Der Sakralbau in Herzogenrath wurde im Laufe der Zeit erweitert, bis 1781 ein Neubau errichtet werden musste. Beim Abbruch der alten Kirche im Jahre 1780 wurde ein Gewölbe gefunden, durch das ein unterirdischer Gang in Richtung zur Burg führte. Im Jahre 1913/15, erster Weltkrieg, wurde die heutige St. Mariä-Himmelfahrtkirche erbaut.

Catharina Scholtens

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