Schmuggeltunnel

Der Tunnel unterhalb der Neustraße war von deutscher nach niederländischer Seite ca. 70 Meter lang und ca. 80 cm hoch. Die Arbeiten entlang der Neustraße auf niederländischer Seite wurden durch die Firma Limagas durchgeführt. (Gemeentearchief Kerkrade)

Im Jahre 1950 wurden auf der niederländischen Seite der Neustraße Gräben für Versorgungsleitungen ausgehoben.
Für Kinder war es ein Abenteuer, in diesen Gräben zu laufen und zu springen.
Dabei brach im Bereich Nr. 133 der Boden unter den Füßen eines Jungen ein. Es war Stef Thomas, der mit Jack Schiffelers und Piet Krings in der Neustraße wohnte. Die Jungen waren von der Schule auf dem Heimweg.

Der Hohlraum, der sich aufgetan hatte, wurde kurze Zeit später von Behördenmitarbeitern und Arbeitern der Versorgungsbetriebe untersucht.
Als Ergebnis stellte man einen Schmuggeltunnel fest, der kurz vor der Vollendung stand.
Der ausgehobene Graben hatte wohl die Tragfähigkeit über dem Tunnel so verringert, dass das Gewicht des spielenden Jungen ausreichte, den Tunnel zum Einsturz zu bringen. Täterermittlungen verliefen ergebnislos.
Ein anderer Tunnel, der zum Schmuggeln genutzt wurde, war der unterirdische Verbindungsgang zwischen dem niederländischen Bergwerk Prick/Neuprick und dem deutschen Bergwerk Voccart. Dieser Verbindungsgang diente der Wasserableitung in Richtung Wurm und der Frischluftzufuhr. Als festgestellt wurde, dass nicht nur Wasser, sondern wohl auch viel Schmuggelgut diesen Weg nahm, wurde gegen 1860 dieser Gang unter der Landesgrenze vergittert.

Peter Dinninghoff

Der Eingang zum Schmuggeltunnel auf deutschem Gebiet. Nur der erste Abschnitt war abgestützt, was den Schmuggel durch diesen Tunnel zu einem sehr gefährlichen Unterfangen machte. Der Tunnel wurde beim Bau der neuen Gaspipeline entdeckt. (Gemeentearchief Kerkrade)

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