D´r Knub

Enthüllung des Theo-Kutsch Rondells am 29.08.2021 durch die Eurode-Bürgermeister Dr. Petra Dassen-Housen und Dr. Benjamin Fadavian im Beisein der Urenkelin von Herrn Theo Kutsch. „D´r Knub“ ist auch auf der Fahne des Zweckverbandes Eurode dargestellt. (Foto: Jo Pöttgens)

Die „Skulptur der Brüderlichkeit“ wurde 1970 durch den Künstler Shinkichi Tajiri entworfen. Tajiri war ein Niederländisch-US-amerikanischer Maler und Bildhauer mit japanischen Wurzeln. Der Name der Stahlskulptur, die damals 15.500 Gulden gekostet hatte, lautet „Verbinding 1“. Es stellt zwei Schnüre, die zusammen einen Knoten bilden, dar. In den Betonsockel ist neben dem Namen der offiziellen Einweihung „24. März 1970“ noch die deutsche Inschrift „Alle Menschen werden Brüder“ eingraviert. Im Volksmund wurde daraus D´r Knoop (D) bzw. D´r Knub (NL) (der Knoten).

Die Statue stand zunächst auf Kerkrader Seite in der Grünanlage zwischen Neustraße und Melchiorstraat. Die Knotenenden zeigten dabei in das deutsche Gebiet nach Norden und Süden. Bei der Einweihung anlässlich der umgebauten Neustraße wurde sie von dem Kerkrader Bürgermeister Smeets zusammen mit dem damaligen Merksteiner Gemeindedirektor Ludwig Kahlen enthüllt. Dabei wurde auch eine durch den Kerkrader Bürgermeister angeregte Arbeitsgemeinschaft der Grenzgemeinden gegründet. Ziel war es u. a. die Grenzvorrichtungen endgültig zu beseitigen.

Als die Neustraße 25 Jahre später 1994/95 endlich ohne Grenzvorrichtungen umgebaut wurde, wurde die Skulptur in den Kreisverkehr genau auf der Grenze integriert. Dabei wurde die Skulptur so gedreht, dass nun ein Knotenende Richtung Niederlande und das andere Knotenende Richtung Deutschland zeigt.

Am 29. August 2021 wurde dieser Kreisverkehr zu Ehren von Herrn Theo Kutsch in Theo-Kutsch-Rondell/Theo-Kutsch-Rotonde benannt. Theo Kutsch wurde damit für seine Verdienste zum Grenzabbau an der Neustraße geehrt. Jahrzehntelang hatte er sich intensiv dafür eingesetzt, dass die Grenzbefestigungen an der Neustraße entfernt werden.

Bürgermeister Smeets mit Theo Kutsch 1970. An der Stelle entstand später der Kreisverkehr „Theo-Kutsch Rondell“. (Gemeentearchief Kerkrade)

Aktion von Herrn Theo Kutsch 1974 (Stadtarchiv Herzogenrath)

WDR – Reportage: „Kannste knicken, die Grenze – Eurode – eine Stadt, zwei Länder“
https://reportage.wdr.de/grenze#6120

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