Brauerei „Glück Auf“

Im Hintergrund Straßenansicht der Brauerei 1902 – Eröffnung der Tram-Linie (Gemeentearchief Kerkrade)

Die Bierbrauerei an der Neustraße wurde vor 1891 gegründet, das genaue Gründungsdatum ist nicht mehr bekannt. Der Eigentümer war zu dieser Zeit Victor Vorage. Bei seiner Hochzeit 1891 wurden sowohl er als auch sein Vater Willem Vorage als Bierbrauer bezeichnet.

Um ca. 1900 wird die Brauerei von seinen Neffen übernommen: Joseph Oscar, Willem Jozef, Pieter Jozef Emil und Victor Maria Timmers. Ihre Mutter, Maria Petronella Hubertina Ritzerfeld, war die Halbschwester von Victor Vorage. Nach dieser Übernahme bekam die Brauerei den Namen: „Glück Auf“ in Anlehnung an den Bergmannsgruß. 1911 wurde die Brauerei erneut erweitert.

Die Brauerei braute zunächst nur Jung-, Alt-, Lager- und Pilsner Biere. 1912 erhielten die Brüder Timmers die Generalvertretung für die Niederlande für das Bier der Münchener Kindl Brauerei. Dies war auch das Besondere an dieser Kerkrader Brauerei. Es gab mehrere Brauereien in Kerkrade. Diese brauten das Bier jedoch nur im Auftrag für einen Abnehmer, wie z. B. die Brauerei auf Rolduc das Bier für die Abtei Rolduc braute. Die Brauerei „Glück Auf“ vertrieben neben ihrem eigenen Bier auch als Lizenznehmer Bier für ganz Niederlande.

Der erste Weltkrieg bedeutete aufgrund der Inflation und Grenzschließung für viele Brauereien das Ende, so auch für die Brauerei „Glück Auf“. Im Januar 1918 verkauften die Gebrüder Timmers ihre Brauerei an die Bierbrauerei „De Gekroonde Valk“, ehemals Van Vollenhoven & Co., Amsterdam. Victor Timmers war Direktor der N.V. Bierbrauerei de Gekroonde Valk.

Nach dem endgültigen Ende der Brauerei veränderte sich die Fassade. Ab 1934 befand sich auf Nummer 144 der „Tante Emma-Laden“ von Frau Richterich, der sich zunächst auf Nummer 145 (1924) befunden hatte. Hier gingen die Grubenarbeiter der Zeche Domaniale vor und nach Schichtende ein und aus. Während des zweiten Weltkrieges wurde der ehemalige Eiskeller der Brauerei als Luftschutzbunker genutzt. In die dicke Außenwand wurden Nischen geschlagen, in die sich die Anwohner während des Bombenangriffs mit einem Stuhl setzen konnten.

Die Brauerei befand sich an der heutigen Neustraße Nr. 142 – 144. Im Haus Nr. 144 befand sich die Wohnung des Direktors der Brauerei. An der Nummer 141 befand sich das Café Mertens, in diesem Café wurde auch das Bier der Brauerei ausgeschenkt und eine alte Kegelbahn gehörte zu diesem Café. An der anderen Seite befand sich zu dieser Zeit das Hotel Germania (Nr. 146) und direkt daneben, an der Ecke Holzstraat 144, das Café Restaurant Bischoff, auch bekannt unter dem Namen Grenshotel. Am 25. November 1944 wurde das Café unter dem Namen Bosten neu eröffnet.

Zwischen den beiden Weltkriegen (Gemeentearchief Kerkrade)

Das Straßenbild hatte sich nach dem ersten Weltkrieg verändert. Gerade hier zwischen der Zeche Domaniale und Holz hatten sich viele Geschäfte angesiedelt.

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