Eurode-Geschichtsmeile

Das Mikroprojekt „Eurode-Geschichtsmeile wird im Rahmen des Projektes People to People2 Interreg V-A EMR mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und der Euregio Maas-Rhein (EMR) sowie des Wettbewerbs „Europa bei uns zuhause“ des Landes NRW kofinanziert.

Die Neustraße/Nieuwstraat steht für die gemeinsame Geschichte der beiden Gemeinden Kerkrade und Herzogenrath, die seit 1991 die freundschaftliche Partnerschaft „Eurode“ bilden und seit 1998 formell im Zweckverband Eurode zusammenarbeiten. Über Jahrhunderte war das „Land von Rode“ geeint, wobei die Neustraße zunächst nur ein Transportweg war, wie viele andere Straßen auch. Schön früh als Pflasterstraße für den Kohletransport ausgebaut, wurde sie etwas Besonderes und einte die Anwohner durch familiäre, freundschaftliche und geschäftliche Verbindungen.

Die Neustraße entwickelte sich zu einer geschäftlichen Straße mit vielen Geschäften und Lokalen. Zwei große Zechen befanden sich unmittelbar an der Neustraße und die Tram verlief direkt über die Neustraße. Die Einwohner fühlten sich auch nach der Trennung 1815/1816 in das Preußische und Niederländische Königreich als ein Volk mit einer gemeinsamen Sprache.

Der erste Bruch kam durch die Grenzzaunsetzung im ersten Weltkrieg. Das Leben änderte sich radikal für die Einwohner. Plötzlich konnten die Anwohner auf der niederländischen Seite ihre Häuser nicht mehr durch die Haustüren verlassen, sondern nur noch durch die Hintertür. Innerhalb kürzester Zeit wurde eine Grenze sichtbar, die es vorher nie gegeben hatte. Die Bewohner und auch die Stadtverwaltungen, die immer im freundschaftlichen Austausch standen, wollten diese Grenzziehung nicht und nach dem ersten Weltkrieg, als die Grenzzäune und der Stacheldraht verschwanden, kehrte das „normale“ Leben auf die Neustraße zurück. Jedoch nur für eine kurze Zeit, denn die dunklen Wolken des Naziregimes und des damit verbundenen zweiten Weltkriegs veränderten wieder dramatisch das Zusammenleben der beiden Gemeinden, welches sich auf der Neustraße in Form von neuen Stacheldrahtbefestigungen manifestierte.

Diesmal waren die Auswirkungen des Krieges zu gravierend. Die Bevölkerung schaffte es nach dem Ende des Krieges nicht mehr, sich gegen die Bestrebungen der nationalen Regierungen durchzusetzen: Die Grenze blieb! Durch das Engagement der lokalen Politiker und vieler aktiver Bürger wurden die Grenzbefestigungen immer kleiner, aber erst nach 50 Jahren verschwanden sie endgültig. Die Geschichte der Weltkriege, vor allen Dingen des zweiten Weltkrieges hat Spuren hinterlassen. Freundschaften, familiäre Beziehungen blieben, aber nicht mehr so ausgeprägt – die gemeinsame Sprache ging fast vollständig verloren.

Mit der „Eurode-Geschichtsmeile“ soll die vielfältige Geschichte und gegenwärtige Bedeutung der Straße erlebbar gemacht werden. Spürbar sind die gemeinsame Geschichte, das Trennende und viel wichtiger, das Einende. Seit bald 30 Jahren sind die Grenzbefestigungen nicht mehr vorhanden, die Neustraße eine gemeinsame Europastraße – dies gilt es, zu feiern und zu bewahren.

Die „Eurode-Geschichtsmeile“ ist ein fortlaufendes grenzüberschreitendes Projekt[1], an dem sich viele niederländische und deutsche Bürger beteiligt haben. Alle Eurode-Bürger sind eingeladen, sich weiterhin mit Ihren Erinnerungen und Geschichten auf der Homepage www.geschichtsmeile.eu und www.geschiedenismijl.eu einzubringen, um die Geschichte der Neustraße erfahrbar zu machen und die nachbarschaftlichen Beziehungen der Eurode-Gemeinden zu stärken.

Gemeinsamer Dialekt“ / „gemeenschappelijk dialect“

Bürgermeister Stadt Herzogenrath
Dr. Benjamin Fadavian

Burgemeester Gemeente Kerkrade
Dr. Petra Dassen-Housen

Stichting Eurode 2000+
Anne Marie Fischer-Otten

Städteregionsrat Aachen
Dr. Tim Grüttemeier

[1] Unterstützt mit europäischen Mitteln aus dem Interreg V-A EMR Projekt „People to People“.

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